Viele Leute behaupten, sie wollten einen „Sub“, aber ehrlich gesagt verstehen die meisten nicht einmal, was ein Sub wirklich ist.
Wenn sie sagen: „Ich will einen Sub“, suchen sie eigentlich keine Unterwerfung. Sie suchen Sicherheit – die Gewissheit, dass du sie nicht verlässt. Sie suchen keinen Gehorsam, sondern Macht, den Nervenkitzel, andere nach Belieben manipulieren zu können.
Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen; es ist ein natürlicher menschlicher Trieb. Doch darum geht es beim Dominieren nicht. Wahre Dominanz bedeutet nicht, dass andere dir gehorchen, sondern dass sie dir vertrauen.
Der Kern wahrer Dominanz liegt nicht im Gehorsam, sondern im Vertrauen. Wenn sich ein Sub dir anvertraut, übergibt er dir keinen Generalschlüssel, um einfach in seine Welt einzudringen. Er gibt dir sein verletzlichstes Schloss und vertraut darauf, dass du dir die Zeit nimmst, zuzuhören, zu lernen und einen einzigartigen Schlüssel zu formen.
Jede Form von Kontrolle, die nicht auf Empathie beruht, ist nichts anderes als PUA-Taktiken (Pick-Up Artist), wenn auch schön verpackt.
Wenn jemand vor dir kniet, ist das kein Zeichen von Unterlegenheit. Es bedeutet: „Wenn ich meine Schutzmauer fallen lasse, bist du mein Halt.“ Dieses Vertrauen ist heilig. Wenn du dich nur von der glamourösen Fassade des „Dom“ blenden lässt, aber diese Verantwortung nicht tragen kannst, bist du kein Dom. Du bist nur ein Tourist in einem Vergnügungspark, und es ist Zeit, nach der Fahrt nach Hause zu gehen.
Um es ganz klar zu sagen: Sie wollen eigentlich keine gehorsame Person.
Was man sich wirklich wünscht, ist das Gefühl, gebraucht zu werden, das nicht verschwindet, wenn das Spiel vorbei ist.
Sie wünschen sich jemanden, der, nachdem er Ihre Stärken (und sogar Ihre Schwächen) erkannt hat, sich dennoch in Ihrer Umarmung öffnet.
Sie wünschen sich eine Interaktionsform, die Ihren innersten Wünschen entspricht, eine echte Verbindung.
Denn die stärkste D/s-Beziehung basiert niemals auf Besitz, sondern auf Austausch. Du tauschst deine Autorität gegen ihr Vertrauen, deine Regeln gegen ihre Unterwerfung, deine Fürsorge gegen ihr Chaos.
Gehorsam fordern? Das ist einfach (mit Geld, Status oder Einschüchterung) – das kann jeder. Aber sich die Unterwerfung eines anderen zu verdienen? Das ist das Kennzeichen eines wahren Meisters.
Bevor Sie also jemanden bitten, niederzuknien, fragen Sie sich selbst: Tue ich das, um meine eigene Eitelkeit zu befriedigen oder um auf seine Bedürfnisse einzugehen?
Wenn du dich für Ersteres entscheidest, mein Freund, dann ist dein wahrer Wunsch nicht Unterwerfung. Du wünschst dir vielmehr ein Gefühl der Kontrolle, das dir das Gefühl gibt, geliebt zu werden.
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